Durch eine vielseitige und zielgerichtete Analyse des Zustandes der Patienten mit Erkrankungen von Stütz- und Bewegungsapparat und hepatobiliärem System auf Grund der klinischen, allgemeinen, speziellen Indikatoren und Geräteanzeigen, sowie durch Bewertung von Dynamik dieser Indikatoren nach Peloidtherapie mit sulfidhaltigem Faulschlamm aus der Meeresbucht Siwasch wurden die Besonderheiten der Wirkung der Peloidtherapie auf grundlegende pathogenetische Prozesse der Krankheitsentwicklung beobachtet.
Wie die durchgeführten Untersuchungen gezeigt haben, übt die Peloidtherapie eine ausgeprägte entzündungshemmende analgetische Wirkung aus, verbessert den funktionalen Zustand von kranken Organen und Systemen. Dabei ist eine regenerierende Wirkung auf Zustand von Herzmuskelgenesis, Gelenke- und Wirbelsäulenbiomechanik, gallenabführende Funktion der Leber und Gallenblase, sowie eine immunomodellierende Wirkung der Peloidtherapie zu erkennen, was insgesamt zur Erzielung der positiven Ergebnisse bei Behandlung von Krankheiten und als Folge zur Erhöhung von Lebensqualität führt. Darüber hinaus ist es hervorzuheben, dass die Prozeduren bei Durchführung der Behandlung gut verträglich sind und eine deutliche Kurreaktion während der Behandlung fehlt.
Die Ergebnisse der Untersuchungen erweisen eine Möglichkeit und Zweckmäßigkeit der Verwendung von sulfidhaltigem Faulschlamm bei Komplexbehandlung von Patienten mit unterschiedlichen Pathologien. Die Methodiken der Peloidtherapie werden mit noch einer effektiven Methode der Behandlung von Patienten unterschiedlichen Kategorien ergänzt.
Empfehlungen zum Gebrauch von sulfidhaltigem Heilschlamm aus der Meeresbucht Siwasch
Der schwefelhaltige Schlamm aus der Meeresbucht Siwasch kann unter ambulatorischen, häuslichen Bedingungen und in Heilstättenkur zur effektiven Behandlung von verschiedenen Patientenkategorien verwendet werden. Aufgrund der Prüfungen, die in der klinischen Abteilung des Ukrainischen Forschungs- und Entwicklungsinstituts für medizinische Rehabilitation und Kurortwissenschaft des Ministeriums für Gesundheitsschutz der Ukraine durchgeführt wurden, wurden Methodiken zur Verwendung von Schlammbehandlung ausgearbeitet, sowie Anzeigen und Gegenanzeigen zu ihrer Verwendung bei verschiedenen Erkrankungen festgelegt.
Hauptanzeigen zur Verwendung von sulfidhaltigem Schlamm
Unter Berücksichtigung der mit der Verwendung von sulfidhaltigem Schlamm verbundenen positiven Dynamik von durchgeführten Klinik- und Laboruntersuchungen bei Patienten unterschiedlicher Kategorien wurden folgende Hauptanzeigen festgestellt:
Krankheiten von Stütz- und Bewegungsapparat:
Primäre Arthrose (Polyarthrose, Oligoarthrose, Monarthrose) und sekundäre Arthrose (wegen Dysplasie, Arthritis, Traumen, Statikstörungen und Hyperbeweglichkeit)
Wirbelsäulenosteochondrose, Spondylose, primäre und sekundäre Spondyloarthrose (wegen Dysplasie, Traumen, Statikstörungen und Hyperbeweglichkeit)
Rheumatische Arthritis oder Polyarthritis in nicht aktiver Phase mit minimaler Aktivitätsstufe, bei funktioneller Insuffizienz max. II Grades
Ankylosierende Spondyloarthritis (Bechterew Krankheit oder Morbus Bechterew) in Remissionsphase oder bei minimaler Prozessaktivität.
Reaktive Arthritis (postvakzinale Arthritis, nach nasopharyngealer Infektion, nach Injektionen, etc.) in der chronischer Phase.
Folge der überstandenen rheumatischen Arthritis oder Polyarthritis (min. in 8-10 Monaten nach akuten oder starken Herzschmerzen, bei Abwesenheit von rheumatischen Prozessen oder bei ihren minimalen Aktivität, bei Kreislaufinsuffizienz max. I Grades).
Folge des Knochen- und Gelenkbruches mit verzögerter Konsolidierung.
Zustand nach Gelenken- oder Wirbelsäulenoperationen (nach Entfernung des Meniskus, Exostosen, bei postlaminektomischem Syndrom, Zustand nach Diskusentfernung 2-3 Monate nach der Operation, 6 Monate nach überstandener Spondylose, 2-3 Monaten nach Laminektomie).
Kontrakturen: arthrogene, osteogene, neurogene und Narbenkontrakturen.
Erkrankungen um Gelenkgewebe (Myositis, Ligamentitis(Sehnenentzündung), Dupuytren-Kontraktur, Periarthritis u.a.).
Krankheiten von hepatobiliärem System (Leber und Galle betreffend)
Cholezystitis (ohne Steinleiden) in der nicht akuter Phase;
Cholangitis (Angiocholangitis) in Remissionsphase;
Funktionale Störungen von Gallenwege und Gallenblase (Dyskinesie der Gallenwege und Gallenblase, Oddi-Sphinkter).
Gegenanzeigen zur Verwendung von sulfidhaltigem Heilschlamm
Scharf ausgeprägte (akute) Synovitis;
Aktivität des II und III Grades bei rheumatoider Arthritis;
Akutes Schmerzsyndrom;
Akutes Schmerzsyndrom in Gelenken und Wirbelsäule unter den Rippen rechts liegend;
Allgemeine medizinische Gegenanzeigen zur Schlammverwendung.
Methoden zur Verwendung von sulfidhaltigem Heilschlamm aus der Meeresbucht Siwasch:
Bei Erkrankungen von Stütz- und Bewegungsapparat kann der Schlamm in Form der warmen Applikationen bei der Temperatur von 38-42°C örtlich und segmentarisch verwendet werden und in Form der kühlen Applikationen bei der Temperatur von 28-30°C gemäß den aufgeführten Methodiken. Die Auswahl von Heilmethodiken wird jedoch durch klinische Krankheitserscheinung bestimmt. Im Fall der veralteten Prozessen ohne Entzündung bei Vorhandensein von Kontrakturen kann der warme Peloid mit Temperatur von 38-42°C verwendet werden. Die mit Arthrose verbundenen Entzündungen oder aktive Prozessen der rheumatoide Arthritis bedürfen vorzugsweise kühle Applikationen mit Temperatur von 28-30°C.
Bei Erkrankungen von hepatobiliärem System können warme Schlammapplikationen bei der Temperatur von 38-42°C örtlich unter den Rippen rechts liegend und auf dem segmentaren Bereich (Brustwirbelsäule und Lendenwirbelsäule) oder als kühle Schlammapplikationen bei der Temperatur von 28-30°C gemäß den aufgeführten Methodiken verwendet werden.